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Projekte

Kooperatives Projekt des Bildungsgangs Tischler, der Tischlerinnung Düren-Jülich und des Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrums (BGZ) Simmerath: Möbel für gute Zwecke

Sprachförderung im Berufskolleg

Kunstprojekt mit Antonio Nuñez: Erinnerungen an die Zukunft II

Kreatives Schulprojekt Maastricht VIA 2018

Kunstprojekt mit Antonio Nuñez: Erinnerungen an die Zukunft I

Permanente Installation: Souterrain von Friederike Mainka

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Nachrichten

  • Nach intensiven Wochen der Vorbereitung und des Prüfungsstresses war es an den vergangenen Freitagen endlich soweit: Die Absolventinnen und Absolventen des Beruflichen Gymnasiums sowie der Berufsfachschulen, der Höheren Handelsschule und der Berufsschule erhielten im feierlichen Rahmen ihre Abschlusszeugnisse.

     

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  • Dank je wel für eine schöne und erlebnisreiche Klassenfahrt im königlichen Nachbarland

    Zwei Reisebusse mit insgesamt 83 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen HBW1 16, HBW2 16, HBW3 16 und HBW5 16 der Unterstufe der Höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung und 8 Lehrkräften machten sich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg in die niederländische Provinz Flevoland nähe Amsterdam.

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  • Sozial erfolgreich - Benefizkonzert des Berufskollegs Jülich im KuBa übertrifft alle Erwartungen

    Im letzten Jahr erhielt das Berufskolleg Jülich den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und hat sich dazu verpflichtet, in jedem Jahr mindestens ein Anti-Rassismus-Projekt durchzuführen. Den eigenen Worten Taten folgen lassen - dies hatte sich die Schülervertretung des Berufskollegs vorgenommen und in Zusammenarbeit mit dem KuBa in Jülich ein Benefizkonzert auf die Beine gestellt, um soziale Projekte in der Region zu unterstützen.

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Projekte/Schülerarbeiten
Tischler

Hier finden Sie eine Auflistung einiger Projekte und Schülerarbeiten, die im Bildungsgang Tischler durchgeführt wurden und werden.

  • Lernortkooperationen des BK Jülich mit der an den dualen Ausbildung beteiligten Partnern, der Tischlerinnung Düren-Jülich und dem Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) Simmerath
    • 2014/2015 Bewegungsparcours für die integrative Kindertagesstätte Purzelbaum in Jülich-Broich
    • 2012/2013 Spiel- und Maltische für die integrativen Kindergärten in Lucherberg und Frenz
    • 2010-2012 Stehpult für das Klassik Musik Festival "Spannungen" im Jugendstilkraftwerk Heimbach
    • 2009/2010 Stühle für die integrative Kindertagesstätte "Bachpiraten" in Linnich
    • 2007-2009 Gedenkecke mit "Gedenkbaum, Kondolenzbuchvitrine und Bänken für die Stephanusschule in Selgersdorf
    • 2006/2007 Fahrbare Garderoben, Stehpult und höhenverstellbare Tische für die Christopherusschule in Düren
    • 2005/2006 Höhenverstellbare Tische und Bänke für die Gereonschule in Boich
    • 2004/2005 Höhenverstellbare Stühle und Tische für den Sonderkindergarten in Titz-Hasselsweiler
  • Kinderstuhl
  • Werkzeukkiste
  • Boxenbau

Möbel für einen guten Zweck

- Eine Lernortkooperation von Auszubildenden im Tischlerhandwerk –

Seit nunmehr zehn Jahren führt das Berufskolleg Jülich gemeinsam mit den an der dualen Ausbildung beteiligten Partnern, der Tischlerinnung Düren-Jülich und dem Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) Simmerath - Träger der überbetrieblichen Ausbildung - eine Lernortkooperation durch, bei der die Auszubildenden Möbel für einen sozialen Zweck entwerfen und fertigen. 

Bei den ausgewählten Projektpartnern handelt es sich um Bildungseinrichtungen für behinderte Kinder (Förderkindergärten, Förderschulen), die zum Abschluss der Projektarbeit Möbel nach von ihnen im Vorfeld spezifizierten Wünschen erhalten.

Im Rahmen der Projektarbeit durchlaufen die Auszubildenden den gesamten Prozess der Möbelfertigung in gleicher Weise, wie dieser auch täglich in den Ausbildungsbetrieben durchgeführt wird. Die Projektphasen reichen vom ersten Kundengespräch über Planung und Gestaltung, einem zweiten Kundengespräch mit der Präsentation der Entwürfe und der Auftragserteilung sowie der Erstellung der Fertigungsunterlagen bis hin zur Fertigung der Möbel einschließlich Lieferung und Montage beim Kunden. Alle Beteiligten zeigen ein sehr hohes Engagement und die Endprodukte sind qualitativ sehr hochwertig, was auch dadurch unter Beweis gestellt wurde, dass das von den Auszubildenden entworfene System zur Höhenverstellbarkeit  von Möbel durch eine Gebrauchsmusterschutzanmeldung patentrechtlich geschützt wurde.



Damit Sie sich ein genaueres Bild von unseren Sozialen Projekten machen können, lesen Sie hier exemplarisch zwei Berichte zu unseren Projekten:

Möbel für die Stephanusschule in Jülich-Selgersdorf

tis pro 09 1Im letzten Jahr wünschte sich die Stephanusschule in Jülich-Selgersdorf, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, eine Trauerecke für das Foyer der Schule, in der Schülerinnen und Schüler verstorbener Mitschülerinnen und -schüler gedenken können. Die Auszubildenden des Berufskollegs Jülich haben daraufhin eine Gedenkecke - bestehend aus einem Lebensbaum und Bänken - geplant, entworfen und gebaut. Der Lebensbaum ist mit Nischen versehen, in die Fotos und/oder Kerzen hineingestellt werden können. Zudem wurde dieser Lebensbaum von einer Malerin farbig gestaltet. Vor dem Baum befindet sich ein Pult auf einem von einem Stahlbetonmeister gestalteten Sockel, das für ein Erinnerungsbuch gedacht ist.

Der Ablauf des Projektes war im Großen und Ganzen mit dem der vergangen Jahre zu vergleichen, da aber gerade das Erstellen der Gedenkecke einen sehr komplexen und sicherlich auch sensiblen Auftrag darstellte, vollzog sich die Anfertigung der Möbel diesmal über zwei Jahre. So wurden in 2008 die Bänke und in 2009 die Gedenkecke hergestellt.


Der Abschied ist die Geburt der Erinnerung

Der Tod kann uns von dem Menschen trennen, der zu uns gehörte, aber er kann uns nicht das nehmen, was uns mit ihm verbindet


Das Projekt aus Sicht der Stephanusschule


In der Stephanusschule gehören Sterben und Tod selbstverständlicher in den Schulalltag, als es sonst üblich ist.

Wir mussten in den vergangenen Jahren mehrmals Abschied nehmen von Schülerinnen und Schülern, die an einer lebensverkürzenden Krankheit litten. Manchmal erhielten wir auch die Nachricht von ihrem Tod, wenn die Schüler die Schule schon verlassen hatten. Wir haben auch damals gemeinsam mit allen Schülerinnen und Schülern in einer kleinen Feier Abschied genommen.

Im Jahr 2005 erkrankte ein Kollege, den wir als Kollegium in seinen letzten Lebensmonaten begleitet haben. Kurz danach verstarben in kurzem Abstand zwei Brüder, und für uns alle wurde der Wunsch, den Verstorbenen einen Platz zu geben, an dem sie für uns präsent bleiben, immer bedeutsamer..

Es entstand eine Arbeitsgruppe, die sich intensiv mit dem Thema Sterben, Abschied und Tod auseinandersetzte und sich um Fortbildungen und die unterrichtliche Umsetzung der Thematik kümmerte.

Zu diesem Zeitpunkt nahm Herr Goebbels Kontakt mit uns auf. Er unterbreitete uns das Angebot, im Rahmen eines Projektes mit den Auszubildenden im Tischlerhandwerk, der Innung und dem Gewerbeförderzentrum Simmerath Möbel herzustellen. Wir erzählten Herrn Goebbels von unserem Wunsch, eine Trauerecke für die Verstorbenen einzurichten. Er ließ sich von der Idee anstecken, und so kam es einige Wochen später zu dem Besuch der Auszubildenden mit ihren Lehrern und Herrn Goebbels in unserer Schule. Die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs waren sehr interessiert an der Konzeption der Stephanusschule und hörten aufmerksam zu.

Einige Wochen später wurden uns im Berufskolleg Jülich von den Auszubildenden unterschiedliche Entwürfe präsentiert.

Wir waren tief beeindruckt und berührt davon, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler auf das Thema Abschied und Tod eingelassen hatten. Von ihnen kam der Vorschlag, es nicht Trauerecke zu nennen, sondern Erinnerungs- bzw. Gedenkecke.

Uns wurden sehr kreative Ideen vorgestellt, die alle das Thema Tod und Sterben treffend symbolisch darstellten, z. B. das Meer, das durch die Wellenbewegungen Werden und Vergehen symbolisiert; die Sonne, die Wärme und Hoffnung in das Leben bringt.

Wir haben uns letztendlich für den Baum entschieden, weil er Veränderung, Vergänglichkeit und Neubeginn am eindrücklichsten wiedergibt, er bietet Schatten und lädt zum Ausruhen und Träumen ein.

Gleichzeitig entstand eine Vitrine für unser Erinnerungsbuch, das alle Fotos und Erinnerungen an verstorbene Schülerinnen, Schüler und Kollegen beinhaltet, damit sie auch weiterhin ihren Platz in unserer Schulgemeinde haben. Auf diese Weise haben alle die Möglichkeit, im Betrachten der Bilder die Erinnerung an die Verstorbenen zu intensivieren, über gemeinsame Erlebnisse zu erzählen oder ganz bei sich und dem anderen Menschen zu bleiben.

Nicht zu vergessen sind die Entwürfe für die Bänke, die für uns gebaut wurden. Wir waren auch von dieser Präsentation sehr berührt, weil die Auszubildenden sich nicht einfach nur etwas zu unterschiedlichen Bänken überlegt hatten, sondern die Bedürfnisse unserer Schüler mitberücksichtigten.

Die Gedenkecke, die Erinnerungsvitrine und die Bänke sind für uns nicht nur ein wertvolles Geschenk, weil es den Erinnerungen an die Verstorbenen einen ganz besonderen Platz bietet, sondern ein Symbol für ein ungewöhnliches Miteinander darstellt.  Menschen unterschiedlicher beruflicher Herkunft, unterschiedlichen Alters, unterschiedlichster Interessen und Motivationen haben sich auf ein Thema eingelassen, das in unserer Gesellschaft eher tabuisiert wird. Die kreative und einfühlsame Auseinandersetzung mit der Thematik und die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten haben einen Ort geschaffen, der nicht nur einen hohen materiellen Wert hat, sondern seine ganz besondere Bedeutung durch  diese vielschichtigen Prozesse erhält.

Dafür sind wir sehr dankbar!

Im Namen der Stephanusschule

Frauke Jagfeld-Hölzl
Schulleiterin


Möbel für einen Sonderkindergarten in Hasselsweiler

Vorwort
Die Tischler-Innung Düren-Jülich entschloss sich im Zuge leerer öffentlicher Kassen, im sozialen Bereich tätig zu werden.
Da die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz Ziel der Berufsausbildung im Tischlerhandwerk ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg Jülich und dem Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) Simmerath ein gemeinsames Projekt konzipiert. Für den Sonderkindergarten in Titz-Hasselsweiler sollten behindertengerechte, höhenverstellbare Tische und Stühle hergestellt werden.
In der Phase der Projektvorbereitung fand sich eine Gruppe zusammen, die sich aus dem Vorstand der Tischler-Innung Düren Jülich, den Lehrern des Berufskollegs Jülich und Ausbildern des BGZ–Simmeraths zusammensetzte.
Die praktische Umsetzung von der Planung bis zur Fertigung der Möbelstücke erfolgte durch die Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres.


Planung
Während der Projektphase sollten die Auszubildenden zur Erlangung der beruflichen Handlungskompetenz den kompletten Prozess der Einzelmöbelfertigung durchlaufen, so wie er auch in den Ausbildungsbetrieben abläuft:

  1. Erstes Kundengespräch/Auftragsannahme
    1. Zusammentragung der Kundenwünsche
    2. Erste Vorüberlegungen
  2. Planung und Gestaltung
  3. Zweites Kundengespräch
    1. Präsentation der Entwürfe
    2. Änderungswünsche des Kunden
    3. Auftragserteilung
  4. Erstellung der Fertigungsunterlagen
    1. Fertigungszeichnung
    2. Arbeitsablaufplanung
  5. Fertigung des Möbels
  6. Lieferung und Montage beim Kunden

Da es sich hier um Auszubildende des Tischlerhandwerks zu Beginn des 2. Lehrjahres handelt, sollte auf die Kalkulation der Möbel verzichtet werden. Eine gemeinsame Reflektion und Bewertung dieser vollständigen Handlung sollte zum Abschluss erfolgen.

Die konkrete Umsetzung
Die Vorbereitung der Auftragsannahme erfolgte im Berufsschulunterricht im Berufskolleg Jülich. Das eigentliche erste Kundengespräch fand dann am 5. November 2004 mit den SchülerInnen im Kindergarten in Titz-Hasselsweiler statt. Vor Ort wurde den Auszubildenden das komplexe Anforderungsprofil deutlich. Kinder unterschiedlichen Alters ohne und mit unterschiedlichsten Behinderungen sollten an einer Tischgruppe gemeinsam sitzen können. Besonderes Augenmerk galt dabei den Kindern in Rollstühlen.

An den zwei nachfolgenden Schultagen wurde der Stundenplan außer Kraft gesetzt. Die SchülerInnen erarbeiteten in unterschiedlichen Gruppen im Unterricht verschiedene Entwürfe zu den Tischen und Stühlen aus. Schwerpunkt der konstruktiven Überlegungen im Unterricht war dabei die möglichst einfache und sichere Höhenverstellbarkeit der Tische und Stühle. Am Markt vorhandene Lösungen sind in der Praxis im Kindergarten schwer zu handhaben, da die Höhenverstellung durch Schraubverbindungen sehr zeitaufwendig ist und keine situative Änderung der Sitz- und Tischhöhen erlaubt. Am 26. November 2004 präsentierten die Schüler des 2. Ausbildungsjahres der Leiterin und der stellvertretenden Leiterin des Kindergartens im Berufskolleg Jülich ihre unterschiedlichen Entwürfe.
Nach der Präsentation und der damit einhergehenden Entscheidung für jeweils eine der vorgestellten Gestaltungsvarianten erstellten die Schüler im Berufsschulunterricht die Fertigungsunterlagen - hier die Fertigungszeichnung, den Arbeitsablaufplan und die Materialliste.
Die Materialbeschaffung erfolgte durch den Ausbildungsbetrieb Tischlerei Dieter Jansen aus Nideggen-Abenden. Die vorbereitenden Furnierarbeiten der Tischplatten sowie der Sitz- und Trittflächen der Stühle  übernahm ebenfalls der Innungsbetrieb Tischlerei Dieter Jansen.
Vom 10. bis 17. Januar 2005 fertigten die Auszubildenden dann die Möbel im Rahmen des TSM 3 Lehrgangs im BGZ Simmerath. Die Berufsgenossenschaft, die zunächst mit kritischen Erstaunen auf dieses Projekt reagierte, da ein bestehender Lehrgang durch dieses Projekt ersetzt werden sollte, war schließlich so von der Qualität der Kooperation begeistert, dass bereits Überlegungen im Gang sind, das Projekt bundesweit einzuführen.
Nach einer Woche intensivster Arbeit im BGZ entstanden aus den gelieferten Esche Holzbohlen die massiven Stühle und Tische.
Der Ausbildungsbetrieb Tischlerei Ulrich Goebbels aus Titz–Müntz übernahm den Transport der Möbelstücke nach Titz. Am Samstag den 22. Januar wurden durch freiwillige Auszubildende dieses Lehrjahres die Stücke im Innungsbetrieb Tischlerei Göbbels lackiert, in dem auch die Fertigmontage erfolgte.

Nach erfolgreichem Abschluss aller Arbeiten fand schließlich am 28. Januar 2005 die Übergabe der Möbel im Kindergarten Hasselsweiler statt. Hierbei anwesend waren neben den Beteiligten am Projekt (Tischlermittelstufe, Vertreter der Innung Düren-Jülich, die Ausbilder vom BGZ Simmerath und die Lehrer der Berufsschule) auch Vertreter von Politik und Presse. Landrat Wolfgang Spelthahn würdigte den hohen Ausbildungsstand der angehenden Tischler, sowie das "hohe Potenzial im sozialen Engagemant". Auch Bürgermeister Josef Nüßer brachte seine Freude und seinen Stolz für die Gemeinde Titz zum Ausdruck.
Als Dankeschön für die engagierte Arbeit der jungen Auszubildenden überreichte die Leiterin des Kindergartens diesen, ein von den Kindern selbst gemaltes Bild.