Höhere Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung

Profil/Unterricht

Euregiokompetenz

Was ist Euregiokompetenz?
Euregiokompetenz ist eine neue berufliche Zusatzqualifikation der Euregio Maas-Rhein. Sie wurde gemeinsam von den fünf Partnerregionen in der Euregio Maas-Rhein entwickelt, im Schuljahr 2003/04 in Schulen in der Euregio erprobt und wurde zum Schuljahr 2008/09 am Berufskolleg Jülich in den Bildungsgang Industriemechaniker und zum Schuljahr 2011/12 in die Höhere Handelsschule eingeführt.


Was gehört zu Euregiokompetenz?
Um ein Euregiokompetenz-Zertifikat zu erhalten, erwirbt man drei wichtige Teilkompetenzen:

 

  1. Fremdsprachenkompetenz

Man erlernt eine euregionale Sprache (am BK Jülich Niederländisch) und erwirbt Fremdsprachenkenntnisse auf dem Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Der Sprachunterricht ist auf die beruflichen Anforderungen in der Euregio Maas-Rhein abgestimmt.

 

  1. Interkulturelle Kompetenz

In charakteristischen Lernsituationen lernt man die Kultur der anderen Partnerregionen im Umgang mit Kollegen, Behörden, Kunden und Nachbarn, auf der Arbeitssuche, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Leben kennen. Die Lernsituationen der interkulturellen Kompetenz sind in die Sprachkurse integriert.

 

  1. Informationskompetenz

Im Fach Informationskompetenz erwirbt man die Fähigkeit, sich Informationen rund um das Thema „Leben und Arbeiten“ in der Euregio Maas-Rhein zu beschaffen und diese zu nutzen. Auch diese Fähigkeit ist Teil der interkulturellen Kompetenz.


Euregiokompetenz-Praktikum
Der Kernpunkt der Zusatzqualifikation ist ein dreiwöchiges Praktikum in einem Betrieb der Partnerregion, deren Sprache man gelernt hat. Die Schüler absolvieren ihr Praktikum im Bildungsgang der "Höheren Berufsfachschule" in der Regel in Maastricht. Eine finanzielle Bezuschussung dieser Praktika war bisher immer möglich.


Das Euregiokompetenz-Zertifikat
Nach Erwerb der drei Teilkompetenzen und Nachweis des Euregiokompetenz-Praktikums erhält man das Euregiokompetenz-Zertifikat, das in allen fünf Partnerregionen anerkannt ist. Dieses Zertifikat erleichtert nicht nur das Finden eines Ausbildungs- oder späteren Arbeitsplatzes in einer der Partnerregionen, es bietet auch auf dem hiesigen Arbeitsmarkt ein Plus im Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Viele Betriebe in der Region haben geschäftliche Kontakte in die Niederlande oder nach Belgien und legen Wert auf Mitarbeiter mit entsprechenden Vorkenntnissen. Außerdem hat man mit der Zusatzqualifikation bewiesen, dass man offen für Neues und flexibel ist.


Ihre Euregiokompetenzpartnerinnen
Neben Herrn Weitz sind folgende Kolleginnen Ihre Ansprechpartnerinnen für Fragen rund um die Euregiokompetenz:

Staatlicher EDV-Führerschein NRW

Mit dem Differenzierungskurs „EDV-Führerschein“ nehmen die Schülerinnen und Schüler an der einzigen staatlich anerkannten EDV-Führerschein-Prüfung teil.

Innerhalb der zwei Jahre werden breitgefächerte informationstechnische Grundkenntnissen in 8 Modulen vermittelt. Die Aufgabe des Unterrichts ist es, diese Schlüsselkompetenzen zu vermitteln und den Schülerinnen und Schülern zu testieren. Bei erfolgreich bestandenen Prüfungen erhält jede/r Schüler/in ein Teilzertifikat und schließlich bei erfolgreicher Beendigung des Kurses ein Gesamtzertifikat, welches die zusätzlich erworbene Kompetenz bestätigt und zum Beispiel die Bewerbungsunterlagen ergänzt.

 

Folgende Module werden im Unterricht behandelt:

 

  • Grundlagen Hardware                           
  • Grundlagen Betriebssysteme und Software
  • Grundlagen Textverarbeitung          
  • Grundlagen Tabellenkalkulation 
  • Grundlagen Datenbanken
  • Grundlagen Präsentation
  • Grundlagen Informations- und Kommunikationsnetze
  • Grundlagen Datenschutz und Datensicherheit

 

Zu jedem Modul werden eine Online-Prüfung auf dem Zentralem Prüfungsserver und eine Offline-Prüfung als praktische Prüfung im Rahmen des Unterrichts geschrieben.

 

Die Zusatzqualifikation „EDV-Führerschein“ stellt eine sinnvolle Vertiefung und Ergänzung der im Fach Informationswirtschaft vermittelten Kompetenzen dar.

Stundentafel

Die folgende Stundentafel macht den wirtschaftlichen Schwerpunkt deutlich: 

Lernbereiche/Fächer

 

Berufsbezogener Bereich

Fächer / Wochenstunden

Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen / 5

Volkswirtschaftslehre / 2

Informationswirtschaft / 5

Mathematik / 3

Englisch / 3

Biologie / 2

 

Berufsübergreifender Bereich

Fächer / Wochenstunden

Deutsch/Kommunikation / 3

Politik/Gesellschaftslehre / 2

Religionslehre / 2

Sport/Gesundheitsförderung / 2

 

Zusatzqualifikation

Fächer / Wochenstunden

Euregiokompetenz: Niederländisch für Anfänger / 4

Schwerpunkt Informationswirtschaft / 3

Förderkurse Mathematik und/oder Englisch (nur Unterstufe) / 2

Differenzierungskurse

 

Seit dem Schuljahr 2009/2010 werden in der „Höheren Handelsschule“ zusätzliche Kurse in Mathematik und Englisch angeboten, um bestehende Lerndefizite ausgleichen zu können und die Chancen auf den erfolgreichen Schulabschluss zu erhöhen.

 

Im Fach Englisch erfolgt vor Beginn des Schuljahres ein Einstufungstest, der darüber entscheidet, welche Schülerinnen und Schüler den Differenzierungskurs besuchen müssen. Im laufenden Schuljahr erfolgt im Anschluss an jede Klausur eine neue Einteilung.

 

Im Fach Mathematik besuchen alle Schülerinnen und Schüler die Differenzierungskurse im Klassenverband.

 

In beiden Kursen werden gezielt auch bereits zuvor vermittelte Grundlagen der beiden Fächer aufgegriffen und in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen vertieft.

Abschluss/Perspektiven

Am Ende der 12. Klasse wird die Fachhochschulreife im Rahmen einer Abschlussprüfung erworben, in der Kenntnisse in den folgenden Fächern abgeprüft werden:

 

  • Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen
  • Mathematik
  • Englisch
  • Deutsch/Kommunikation

 

Sie erlangen mit Bestehen der Abschlussprüfung

  • den schulischen Teil der Fachhochschulreife
  • berufliche Kenntnisse
  • eine Zusatzqualifikation

1. sprachlicher Art (Niederländisch für Anfänger) in Verbindung mit einem Aus-
    landspraktikum  Euregiokompetenz

2. praktischer Art (vertiefte Kenntnisse im Fach Informationswirtschaft)

 

Berechtigungen bei voller Fachhochschulreife

  • Studium an einer Fachhochschule oder Gesamthochschule
  • Laufbahn im gehobenen öffentlichen Dienst

 

 

Die volle Fachhochschulreife wird Schülerinnen und Schülern zuerkannt, die

  • an einem einschlägigen halbjährigen Praktikum (gelenktes Praktikum) teilgenommen haben, das auch innerhalb des zweijährigen Schulbesuchs absolviert werden kann, oder
  • eine mindestens zweijährige, abge­schlos­sene Berufsausbildung oder
  • eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit nachweisen.

 

Auf das halbjährige Praktikum werden den Schülerinnen und Schülern aufgrund des obligatorischen Betriebspraktikums und des Unterrichts im Fach Informationswirtschaft bereits 6-7 Wochen angerechnet.

 

Anrechnung des Abschlusses 

Der erfolgreiche Besuch der Höheren Berufsfachschule kann sechs oder zwölf Monate auf die Ausbildungszeit in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf angerechnet werden. Die Anrechnung erfolgt auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden.